Herbstzeitlos - Portrait über Gertrud Höckesfeld
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Zeitreisen - nach dem ewigen Leben und der nie vergehenden Jugend, das wohl größte und älteste Wunschszenario der Menschheit: ob arm oder reich, … Read More
Zeitreisen - nach dem ewigen Leben und der nie vergehenden Jugend, das wohl größte und älteste Wunschszenario der Menschheit: ob arm oder reich, intelligent oder dumm und von allen religiösen und traditionellen Glaubensrichtungen losgelöst, finden sich unter uns immer wieder jene, die glauben, dem Geheimnis der Zeit auf die Schliche kommen zu können. Von einem scheinbar grenzenlosen Verlangen angetrieben, Dingen nachzustreben, die wir vermeintlich nicht haben können, vergessen wir schnell, dem was wir bereits haben, mit einer entsprechenden Wertschätzung zu begegnen. So verbringen Menschen Stunden, Tage, Monate oder vielleicht Jahre damit, Wunschszenerien, wie der des Zeitreisen, nachzustreben, ohne ihrer eigenen Reise in der Zeit, auf der sie sich bereits befinden, die notwendige Hochachtung entgegenzubringen. Angetrieben von irrwitzigen Ideen und Annahmen, so scheint es typisch für uns Menschen, vergessen wir nahezu alles „drum herum“. Verblendet von einem Ziel, von dem wir oft erst viel zu spät erkennen, dass es ein unerreichbares ist. Wir vernachlässigen und verletzen Menschen die uns nahestehen, ignorieren die sogenannten Kleinigkeiten des Lebens und merken es erst dann, wenn es zu spät ist. Gertrud Höckesfeld ist 97 Jahre alt. Ihre Reise in der Zeit hat alle gängigen Erwartungen, die man an eine derartige Reise stellen könnte, bei weitem übertroffen. Sie sah viel Leid und viel Schmerz, aber auch viel Verständnis und Liebe. Letztlich hatte das vergangene Jahrhundert von beiden Seiten reichlich zu bieten. Doch so weit ihre Reise sie brachte, so mehr sie erlebte und so mehr Menschen sie begegnete, so näher rückte der Punkt, welcher aus vielerlei Gründen treffend als „Wendepunkt“ bezeichnet werden könnte. Immer mehr ihrer damaligen Reisegefährten brachen ihre Reise ab; einige verabschiedeten sich, wohingegen andere ganz plötzlich gingen. Heute ist niemand mehr da, Gertrud Höckesfeld hat, abgesehen von ihren Kindern und Enkeln niemanden mehr. Alle Freunde von früher, alle Verwandten, alle Schwestern und alle Brüder, von allen ist ihr nicht mehr geblieben, als langsam verblassende Erinnerungen. Das Portrait „Herbstzeitlos“ gibt uns einen sensiblen Einblick in das was übrig bleibt, wenn man nahezu ein Jahrhundert alt wird. Wir begleiten Gertrud Höckesfeld einen Tag lang und stellen dabei die wenigen Dinge, die sie noch bewegen, in einen Gegensatz zu einem überwiegend nostalgisch geprägten Alltag. Read Less
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