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    MMC 01 mobile matter compiler: task : meat distribution + cell hunting Part two of the story “Time of Redemption“ (Part one is F-001)
    Published:
MMC 01
mobile matter compiler: task > meat distribution & cell hunting


Part two of the story “Time of Redemption“
(Part one is F-001)

© 2016


credits:

original background images by Sidney Richard Percy & Arthur Streeton
translation from german into english: Donald Goodwin
music by : extract from the amazing “Soma Coma 6 Promo Mix“ by Nadja Lind. www.nadjalind.com

Feeder Industries T.V.


First the cows and pigs died in the Western territories. With the passing of the month they perished. After that, the chickens.
After all, why should they keep on living? They took up space and they were no longer economically efficient. So why feed them? The few that did not starve to death were eaten in a final, ritualized sacrificial feast, or they were hunted and killed by an organization under government contract.



Chapter 01



F.I.D (Feeder Limited Industries) had become well connected on a global scale, and belonged to the leading food syndicate A.F.D (All Food Unlimited Industries) with strong links to the political establishment.



It was a sunny day when I drove through the fields, and for years I hadn't perceived farming smells. Even the flowers could be smelled driving past. I always had a small IMPS bar (in vitro meat production system) packaged in silver foil on me. For the occasional snack.
My wife, like all vegetarians and vegans, was not very happy about the fact that I now ate more meat than I used to. She therefore had a V.F.S.D bar (Vegetarian Food Service Limited Industries) with her; it, too, is a subsidiary of A.F.D.





On Monday, I drove to work as usual; however, there was remarkably little traffic. Unusual. I worked for C.A.L (Cleaning Association Limited). It was our task to ensure that the streets were kept clean and that the Feeders had free access everywhere.
This included keeping airspace clear for mobile units and monitoring it.
Our company was small in numbers, but we had a huge turnover. All unpleasant or precarious work was outsourced to subcontractors or done by our drones.
Yes, I worked even though I had no need to; but the company offered me incentives about which I couldn't even speak with my wife. My official account is, “I have to do something”.


After work I finally decided to go to the doctor. The itching simply wouldn’t stop. The swelling had disappeared, but the redness and the itching remained. I was fed up with this. When I arrived, the waiting room looked full.  There was also a queue at the dermatologist’s. At the very beginning there was an assistant who asked me about my symptoms. When I described my symptoms to her, she sent to her colleague who immediately gave me a medicinal compound. It was said to have been specifically developed for this kind of mosquito bite and brand new. The majority seemed to need this remedy.

(For the hole story, see the 2nd image)
German
Im Zeitalter der Erlösung

Zu erst starben die Kühe und Schweine in den westlichen Territorien. Von einem Monat zum anderen verendeten sie. Danach die Hühner.
Warum sollten Sie auch weiter leben? Sie verbrauchten Platz und waren wirtschaftlich nicht mehr effizient. Warum sie also füttern? Die wenigen Exemplare die nicht verhungerten wurden in einem ritualisierten letzten Opfermahl verzehrt oder sie wurden durch von der Regierung beauftragten Organisation gejagt und getötet. Was mit Ihnen dann geschah, wußten wir nicht. Einige konnten flüchten und wurden in Gruppen in den Bergen gesehen. Niemand schenkte ihnen mehr Aufmerksamkeit, ausser die Milchtrinker und Käseliebhaber. Die Tiere verwilderten und starben.

Neue Städte und Industrien entstanden auf den ehemaligen Weideflächen und das Land wurde günstiger.
Hiervon profitierten insbesondere kleine Länder wie Japan, Belgien und die Niederlande.
Im Grunde aber jedes Land und jeder Kontinent.
Wir hatten Fleisch jeder Art in Hülle und Fülle. Die Feeder versorgten uns mit allem was essbar war und von Tieren stammte. So gesehen lebten wir eine Zeit lang im Paradies. Schwer zugängliche Bereiche wurden von mobilen oder fliegenden Feeder Einheiten versorgt. Das Fleisch war perfekt synthetisiert, antiseptisch, stark Eiweis haltig und fettarm. Es stand unentgeldlich für jedermann als Grundversorgung zur Verfügung. Nun eigentlich kostenlos. Der Preis den wir dafür bezahlten war die Lethargie und Agonie. Wofür sollten wir uns nun noch einsetzen? Wir waren satt und wollten die Verhältnisse so lassen wie sie waren. Dazu mußten wir auch die politischen Machtverhältnisse durch unser Wahlverhalten stabilisieren.
Die F.I.D (Feeder Limited Industries) war mittlerweile Weltweit vernetzt und gehörte zum
führenden Nahrungsmittel Konsortium A.F.D (All Food Unlimited Industries) mit starken Vernetzungen in die Politik.

Es war ein sonniger Tag und ich hatte seit Jahren keinen landwirtschaftlichen Geruch mehr wahrgenommen als ich durch die Felder fuhr. Man konnte sogar die Blumen im vorbeifahren riechen. Ich hatte immer einen kleinen mit Silberfolie verpackten IMPS Riegel (in vitro meat production system) bei mir. Für den kleinen Hunger zwischendurch.
Meine Frau war ebenso wie alle Vegetarier und Veganer nicht begeistert davon daß ich nun noch mehr Fleisch als vorher aß. Deshalb hatte Sie einen Riegel von V.F.S.D (Vegetarian Food Service Limited Industries) dabei, ebenfalls eine Tocher von A.F.D.
Diese betrieben riesige Lichtfarmen in denen industriell Gemüse und Obst unschlagbar preisgünstig hergestellt wurde.
Kurzum, wir waren versorgt und nicht wenige fragten sich, was sie mit der gewonnenen Zeit anfangen sollten, die Ihnen nun Mangels der Notwendigkeit für Nahrung zu arbeiten zur Verfügung stand.

Bei einem kleinen Ausflug in die Berge um mal drei Tage Schnee zu geniessen, sprachen wir gerade über die Wohltat der Abwesenheit von Fliegen, als uns ein kleiner Schwarm Mücken angriff. Warum hat sie es eigentlich nicht erwischt? Und warum gab es sie jetzt plötzlich auch im Winter? Diese Entwicklung war neu und die Wissenschaftler waren sich
uneins warum ca. 10 Jahre nach Etablierung des neuen Nahrungsverteilsystems sich die Mücken zu jeder Jahreszeit zeigten.Wir schwangen uns auf die Skier und fuhren ins Tal um die Viecher loszuwerden. Erfolgreich, doch nicht ohne daß ich einige bemerkenswerte Stiche im Gesicht hatte. Meine Frau blieb verschont.
Ein halbes Jahr nach unserem Kurzurlaub verschwanden plötzlich einige Freunde und Bekannte. Ja richtig. Sie verschwanden. Unsere Nachfragen bei den Behörden ergab
keine weiteren Informationen. Im Gegenteil, sie behaupteten, daß es die Leute niemals gegeben hatte. Was uns aber am meisten erschreckte war die Tatsache, daß ehemals gemeinsame Freunde sich nicht an die Verschwundenen erinnern konnten. Dies ging jetzt schon seit einem halbe Jahr so. Eben lief Jack an uns vorbei, völlig hilflos. Der Hund von Bryan. Bryan war ebenfalls verschwunden. Unsere Suche war vergebens, sogar sein Haus war verschwunden. An dessen Stelle war nun ein kleiner Park mit Springbrunnen. Ganze Banden von verwilderten Hunden überfluteten die Grossstädte. Allerdings gab es nun auch auf Grund des Verschwindens Tausender Menschen, keine Wohnungsknappheit mehr. Da die Hundeflut eine Zeitlang immer absurder wurde, war es nicht verwunderlich,
daß sich kein Aufschrei in der Bevölkerung auftat, als auch sie nach und nach verschwanden. Hundekadaver wurden allerdings nicht gefunden.

Ich arbeitete für die C.A.L (Cleaning Association Limited). Unsere Aufgabe war es dafür
zu sorgen, daß die Strassen sauber blieben und die Feeder überall freien Zugang hatten.
Dazu zählte auch die Freihaltung und Kontrolle des Luftraumes für mobile Einheiten.
Wir waren ein zahlenmäßig kleines Unternehmen allerdings mit enormen Umsatz.
Alle unangenehmen und präkeren Arbeiten wurden an Subunternehmen ausgelagert oder von unseren Drohnen übernommen.

Ja, ich arbeitete obwohl ich es nicht nötig hätte, aber die Firma hat mir Dinge als Entlohnung angeboten, welche ich nicht mal meiner Frau erzählen konnte. Meine offizielle Version ist “Irgendetwas muss ich doch tun“.

Als ich aus dem Fenster sah und noch immer an meinen Mückenstichen kratzte, welche ich mir schon vor sage und schreibe über 6 Monaten zugezogen hatte, bemerkte ich einen riesigen Schwarmkörper aus Mücken, welcher durch die Strassen zog.
Diese Zunahme war derart gross, sodaß sich die C.A.L einschalten mußte.
Eigentlich. Aber nichts passierte. Jetzt wo ich so darüber nachdachte, fiel mir auf, daß die Schwärme immer in unmittelbarem Zusammenhang zum Erscheinen der Feeder auftraten. Diesen Gedanken als Notiz an meinen Vorgesetzten gesendet, ergab nur folgende Auskunft: Ein Zusammenhang zwischen Feedern und Mückenschwärmen konnte nicht festgestellt werden. Wir danken für Ihre Nachfrage.

Als ich in der Mittagspause ins Fitness Studio gegenüber wollte, kam ich kaum durch.
Wieder eine dieser Demonstrationen von Vegetariern welche Arbeit wollten. Die meisten von Ihnen waren Frauen. Es war nun schon die 3 Veranstaltung dieser Art in diesem Monat.

Ich beschloss nach Feierabend endlich zum Arzt zu gehen. Das Jucken hörte nicht auf. Zwar war die Schwellung verschwunden, aber die Rötung und er Juckreiz blieben. Ich hatte die Nase voll.
Als ich ankam war das Wartezimmer scheinbar voll. Auch vor der Hautarztpraxis hatte sich eine Schlange gebildet. Gleich am Anfang stand eine Arzthelferin und fragte Symptome ab. Als ich Ihr meine Symptome schilderte verwieß sie mich zu Ihrer Kollegin,
welche mir direkt ein Präparat gab. Es war angeblich extra gegen diese Art der Mückenstiche entwickelt und brand neu. Anscheinend brauchte die Mehrheit dieses Mittel.
Ich war also nicht allein. Und wer entwickelt so ein Mittel derart schnell wenn es sich nicht
auch finanziell lohnt. Der Arzt sollte nur aufgesucht werden, falls das Mittel versagt.
Dies war nicht der Fall. Nach 5 Tagen waren alle Symptome verschwunden. Merkwürdigerweise fühlte ich mich zudem noch unheimlich gut. Ich war entspannt wie lange nicht und fand das Leben alles in allem perfekt. Dieses Gefühl kannte ich nicht an mir, begrüßte es nach einer Phase der Irritation vollumfänglich. Damit stand ich im krassen
Gegensatz zu meiner Frau, welche nicht müde wurde über Mißstände in unserer Gesellschaft zu debatieren.

Eines Morgens war Ihr Bett leer. Kein Zettel am Kühlschrank, keine Nachricht gar nichts. Nur unsere Mückenfänger waren verschwunden. Ich suchte nach Ihr an Ihren Lieblingsorten und im Park vor unserem Haus. Nichts. Als ich auf die Uhr schaute war es mittlerweile 10 Uhr und ich sollte bei der Arbeit sein. Es war der 6.6.2066. Wow, soweit ich wußte war ich am 1.6. ins Bett gegangen. Dies weiss ich daher so genau, da dann meine Lieblingsserie läuft. Ich meldete mich krank und rief Ihre Freunde und Freundinnen an. Sie wunderten sich über meine Nachfrage denn eine Frau, so der Tenor, hatte ich nie gehabt; ich sei Single. Nun war es mir anscheinend so gegangen wie vielen Anderen. Ich wollte das nie glauben...Irgendetwas war ultra faul an der Sache. Ich rieb meine angeblich noch immer kontamienierte Mückenstichwange erneut ein ( die Anwendung mußte lebenslänglich erfolgen) und beschloss erstmal meine Gedanken zu ordnen und etwas zu schlafen.
7.6.2066, 6.00Uhr. Der Wecker klingelte. Ich stand auf, trank einen Kaffee und beschloss
am nächsten Abend mit Eckkehardt in die Disko zu gehen. Schließlich war ich erst dreißig und hatte die Familienplanung noch nicht abgeschlossen. Ich war Single, und wie jeder andere Single wollte ich das nicht bleiben.

Ende 1. Kapitel