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    Flammenwerfer auf gesso-grundiertem Ölkarton
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Es begab sich eines Tages da wurde ein Mensch geboren,
ein Kind wie viele vor ihm und der Himmel war blau.
Die Augen verschlossen und die Hände und die Sohlen noch glatt,
so friedlich lag es da, dass es die Engel zu Tränen rührte.


Sie hüllten das Kind in Gewänder und taten über ihm die Wolken auf
sodass ein Licht seinen Weg erhellen möge und sie sprachen:
Erschaffen wurdest Du dies fruchtbare Land zu vereinen
das Volk zu führen zu Genügsamkeit und Einsicht.


Mögest Du den Ungerechten ihr Verfehlen aufzeigen
und die Gottlosen die da irren auf den rechten Weg führen.
Nun stehe auf und sehe, denn Deine Zeit ist gekommen.
Und sie kamen um ihm zu zeigen die Welt in die es ward geboren.


Und das Kind das geboren war sah sich um.


Es sah Wälder und Berge und Straßen und auch Meere, mit Schiffen.
Brücken die Flüsse überspannten und Megametropolen und Satelliten.
Menschen die sich vertrugen und sich zusammenfanden um zu essen
von der süßen Frucht des Bodens der ihnen zuteil geworden war.


Auch Menschen die niemanden hatten und stattdessen Bomben bauten,
die das klebrige Öl aus der Erde sogen und es in die Luft bliesen.
Jene die Formeln erfanden und sich abwandten vom Wimmern der Armen
sie flogen schneller als der Schall und erhellten des Nachts den Himmel.


Und es sah Forscher, und wichtige und reiche und schöne Namen,
und Preise und Pokale die in den Köpfen säten Stolz und Neid.
Dann fiel der Regen vom Himmel doch der Regen war sauer.
Die Engel verschwanden denn das Licht das über dem Kind wohnte erlosch.


Und das Kind das verlassen war sah sich um.


Doch es sah nichts, denn die Welt lag in Finsternis und Staub.
Und hätte das Kind sehen können, dann hätte es sich wohl fragen mögen
wieso es keine Wälder mehr gab und das Land von den Meeren bedeckt war.
Wieso sie nach fernem Leben suchten doch ihre eigenen Fehler ignorierten.


Wieso Menschen gierig waren und das verdorbene Fleisch im Boden vergruben.
Wieso manche alles hatten und von denen verehrt wurden die nichts hatten,
wieso Nationen die nichts hatten geplündert wurden von denen die alles hatten.
Wo die Würde geblieben war und Wahlversprechen nach Freiheit und Gleichheit.


Wieso sie ihren Sprösslingen schon die Kriegsführung beibrachten
die sich dann töteten erst in Computerspielen dann mit Miniaturgewehren.
Wieso viele ihr Leben der Willkür von wenigen gaben und trotzdem leer ausgingen
und keiner sich traute die Bürden zu brechen und den Horizont zu sehen.


Doch das Kind dessen Augen verschlossen blieben sah nichts.