"Jutespinnerei Braunschweig" History in black/white
Photography - "Jutespinnerei Braunschweig" -
Example study project

Erläuterung in Deutsch. / 
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Studienarbeit
an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Fachbereich „Photographie“
unter Leitung Professor Michael Ruetz.
Photografie, Dokumentation: Anka Blank

- schwarz/weiss Photographie -
analoge Photographie, incl. Filmentwicklung und Entwicklung grossformatiger Baryt-Abzüge.


Thema:
Architektur Fotografie
„Die Geschichte der Jutespinnerei Braunschweig“


Ausstellungen: 
u.a.: Landesbank Braunschweig, Museum für Photographie Braunschweig, Staatstheater Braunschweig

Beispiele aus der Photoserie „Jutespinnerei Braunschweig“ 
„Bei den Aufnahmen der Jutespinnerei kam es mir hauptsächlich darauf an, den kulturellen Alltag der ehemaligen Beschäftigten zu dokumentieren: Die Reste der damaligen Lebensform, aber auch die Verlassenheit der Spinnerei sichtbar zu machen. Aus diesem Grund war für mich das wichtigste Gestaltungsmittel dieser Architekturphotographie „das Licht“. In den hohen Lichtkontrasten spiegelt sich die Atmosphäre der Verlassenheit und das Alters der Fabrik wieder. So wurde oft auf die Wiedergabe von Details verzichtet, die Aufnahmen sind stimmungsvoll." Anka Blank


Die Aufnahmen zeigen verschiedene Aspekte des architektonischen Werkes: Die Braunschweigische Aktien-Gesellschaft für Jute- und Flachs-Industrie, mit Focus das Interesse des Betrachters am Gegenstand zu wecken und ihn zu Assoziationen anzuregen.

Das kunstvolle Arrangement von Raum, Form und Licht. 
Das Schwarz-Weiss-Photo neigt zur Abstraktion der Wirklichkeit. Die Farben der Realität werden in Helligkeits- bzw. Grauwerte umgesetzt. Die Lichtqualität bestimmt die Wirkung und wird in den Aufnahmen als dramatisches und graphisches Stilmittel eingesetzt. Das Licht ist in dieser Photoarbeit das Hauptgestaltungselement. 
Alle Aufnahmen sind mit vorhandenem Licht photographiert (available light). Die Photos wirken natürlich und lebendig. Vorrangig bei punktförmiger Lichtquelle photographiert, um einen möglichst hohen Kontrastanteil zu erzielen, bzw. ideal um Details, z.B. Strukturen, hervorzuheben. So treten aufgrund der Licht- und Schattenbildung die Motive sehr deutlich hervor und erwecken den Eindruck von Volumen und Tiefe.
Allgemein ist der Bildaufbau in den Aufnahmen auf das Wesentliche beschränkt und Konzentration auf den Schatten gelegt, um jeweils das eigentliche Hauptmotiv zu unterstreichen und ihm eine hohe Aussagekraft zu geben.



In den Photoaufnahmen ist der Zeitgeist ehemaliger Ausbeute der Beschäftigten erkennbar und gleichzeitig zu spüren.
Schliesslich: Der heutige Zustand.
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Die Geschichte der Jutespinnerei in Braunschweig:
In Vechelde, mitten in dem einstigen Flachsanbaugebiet, bestand seit 1853 eine Flachsaufbereitungsanstalt, die 1861 Jute, die damals „neue“ Spinnfaser zu verarbeiten begann. Der rasch anwachsende Bedarf an billigen Verpackungsmaterialien in der ganzen Welt hatte zuerst in Kalkutta, dann in Schottland eine blühende Juteindustrie hervorgerufen.
1874 gründete Kommerzienrat Spiegelberg in Braunschweig neben dem Vechelder Werk die erste deutsche Jutespinnerei und Weberei, die mit 2000 Spindeln und 120 Webstühlen in Betrieb gesetzt wurde.
Die Gewebe wurden je nach Zweck der Verwendung verarbeitet. Ausser Verpackungen, wurde aus Jutegarnen, die sich leicht bleichen und färben lassen, Teppiche und Läufer hergestellt.
Es wurden sanitäre Anlagen für die Beschäftigten errichtet, sowie im „Arbeiterversammlungshaus“ eine helle Kantine. Sie befindet sich unter den Ruinen des Kesselhauses.
Das neue Werk in Braunschweig produzierte im ersten Jahr 980.196 Kilogramm Garn und 1.972.800 Meter Gewebe. Jedoch gab es am Jahresende immer weniger Gewebeaufträge wegen des Preisrückgangs, da alte Verpackungen immer wieder benutzt wurden. Das Werk in Vechelde konnte die Arbeiter nur noch an 3 Wochentagen beschäftigen.
Das Werk Vechelde wurde geschlossen; 450 Arbeiter entlassen. Ein Teil wurde in Braunschweig weiter beschäftigt, wo jedoch ab 1930 auch Entlassungen vorgenommen werden mussten.
Das Betriebsgebäude wurde zunächst der Firma Büssing zur Benutzung überlassen, dann zu Lagerzwecken der Jutespinnerei gemacht.
Die Braunschweiger Aktiengesellschaft für Jute und Flachs verlegte infolge des Niedergangs der deutschen Juteindustrie durch den Wettbewerb der Entwicklungsländer nach dem Krieg ihr Haupttätigkeitsfeld auf den Einzelhandel mit Heimtextilien, Teppichen und Heimwerkerbedarf.
Wo 1951 in der Spinnerstrasse noch an rund 9.000 Spindeln und 450 Webstühlen rund 1.000 Mitarbeiter Beschäftigung fanden, wurden jetzt eine kleine Fertigung von Jutefilzen und veredelten Garnen für Spezialabnehmer hergestellt mit denen höhere Verkaufspreise erzielt wurden. Die rund 100 Mitarbeiter des Handels sind so im Handel tätig.
Ebenso wie andere Jutearbeiter wendet sich die Jute AG in ihrem Bericht über das 100. Geschäftsjahr 1968 mit „grosser Sorge“ gegen die Bemühungen des Bundeswirtschaftsministeriums, den Exportüberschuss durch Begünstigung der Einfuhren auf dem Textilsektor auszugleichen.
Im Geschäftsjahr 1973 wurde die Spinnerei AG umfunktioniert: Die Herstellung von Jutegarnen und Gewebe wurde eingestellt und eine Garndruckanlage für Teppiche installiert.
1975 kommt es zur teilweisen Stilllegung der Braunschweiger Aktiengesellschaft für Jute und Flachs Industrie. Ein neues, aus ihm hervorgegangen, Teppichunternehmen soll vermeiden, dass trotz der Produktionseinschränkung noch 100 Arbeitsplätze verloren gehen.
Das Gelände der Gesellschaft für Jute und Flachs wird als attraktive Immobilie gehandelt. Das Unternehmen „Jutespinnerei“ wollte sich durch den Verkauf des Geländes, dessen Bauten nach Zerstörungen des 2. Weltkrieges zum Teil Torsion blieben, finanziell sanieren. Da die Stadt dagegen war, musste die Jutespinnerei den Verkauf unter Verkauf rückgängig machen. Das Grundstück fiel an eine Auffanggesellschaft des Unternehmens.
Auf dem Gelände der Jutespinnerei werden Wohnungen gebaut. Das alte Tor der Spinnerei soll als besonders eindrucksvoller Teil der alten Fabrikschlossarchitektur stehen bleiben und in die künftige Bebauung eingebunden werden. Damit würde auch die Erinnerung wachhalten an eine der ersten Betriebsanlagen, die bei der Industriealisierung in Braunschweig errichtet wurden.
Quellennachweis:
Zeitungsausschnitte aus dem Stadtarchiv Braunschweig:
Braunschweiger Zeitung:
-  16.03.1954 „Verarbeitung von Jute“
-  04.02.1958 „Arbeitsruhe in der Jutespinnerei“
-  14.09.1972 „Schrumpfender Markt der Juteerzeugnisse“
-  09.11.1974 „Jutespinnerei“
- Heimatspiegel: 3/1976 „Von der Flachs-Wirtschaft zur Juteindustrie“
- Braunschweiger Zeitung: 13.09.1983 „Neuer Anlauf für Jute









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Architektur Fotografie „Die Geschichte der Jutespinnerei Braunschweig“. Studienarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
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