„Alles fließt“, so lässt sich nach Hera­klits Wor­ten der Pro­zess der Ver­gäng­lich­keit beschrei­ben, der ein natür­li­cher Teil des Uni­ver­sums ist. Der Ver­lauf der Zeit wird durch die­sen sicht­bar, es ist ein sich wie­der­ho­len­des Wer­den und Ver­fal­len, eine fort­schrei­tende und unum­kehr­bare Ent­wick­lung der Ele­mente des Uni­ver­sums, des Lebens, der eige­nen Per­son und Umfeld sowie des eige­nen Gedächt­nis­ses. Es ent­ste­hen Chaos und Ord­nungs­struk­tu­ren, Varie­tät durch das Ver­ges­sen und die Mög­lich­keit neuer Erin­ne­run­gen. Das Ver­ges­sen kann als die Ver­gäng­lich­keit von Wis­sen, von Infor­ma­tio­nen bezeich­net wer­den. Eine Kunst des Ver­ges­sens schafft Platz für neue Erin­ne­run­gen. So dient das vir­tu­elle Gedächt­nis in Form von Nie­der­schrif­ten, Büchern, Biblio­the­ken, Archi­ven und Inter­net zur Auf­be­wah­rung von Inhal­ten, um sie der Ver­gäng­lich­keit zu ent­zie­hen und sie dabei persönlich ver­ges­sen zu kön­nen.
 
In meiner Abschlussarbeit beschäftige ich mich mit dem Ablegen und Speichern von Inhalten als eine Mög­lich­keit für das Schaffen neuer Erin­ne­run­gen, Ent­wick­lung und Varie­tät, jedoch auch mit der durch die ständige Verfügbarkeit und endlose Vervielfältigung dieser Inhalte einhergehende Unfä­hig­keit zu ver­ges­sen als gesell­schaft­li­ches Problem. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Rolle und Verantwortung im Interface Design.
 
Neben der theoretischen Ausarbeitung des Themas ist ein begleitendes Exponat aus zwei Objekten entstanden. Das eine produziert unaufhaltbar Inhalt und speichert diesen für alle sichtbar per Twitter im Internet. Das andere stellt die Schnittstelle zu diesem Inhalt dar und bietet die Möglichkeit diesen aus dem kollektiven Gedächtnis zu löschen oder auf ein neues Medium zu übertragen und dadurch zu vervielfältigen.
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My Bachelor Thesis in Interface Design about forgetting in the digital environment.
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