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    Die heutige Zeit lässt alles zu – und damit auch alles offen. Die Welt rauscht nur noch so an uns vorbei, verändert sich und uns ständig, lässt u… Read More
    Die heutige Zeit lässt alles zu – und damit auch alles offen. Die Welt rauscht nur noch so an uns vorbei, verändert sich und uns ständig, lässt uns nur noch flüchtige Augenblicke und dekontextuierte Zusammenhänge erleben, nicht aber bewusst erfahren – und somit auch nicht verstehen. Information besitzt für die meisten Menschen keinerlei Beziehung mehr zur Lösung von Problemen. ›Alles ist möglich!‹ lässt alles wichtig erscheinen, was dazu führt, sich für das ›Haben‹ statt für das ›Sein‹ zu entscheiden, so dass wir sammeln und horten, was uns in die Finger kommt, ohne zu wissen, wofür: Die Quellen werden immer mehr, während das Wissen immer weniger wird … Gleichzeitig bedeutet Sammeln aber immer auch auswählen, sich entscheiden: für X und gegen XYZ. Hierfür bedarf es ein gewisses Maß an Orientierungssicherheit, ein sinnstiftendes Gerüst, um erkennen zu können, was bedeutend ist. Read Less
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RAUM ZEIT ICH 
Das Sammeln von Erfahrungen in einer beschleunigten Gesellschaft
Philipp Mentrup und Annabell Ritschel​
 
 
Die heutige Zeit lässt alles zu – und damit auch alles offen. Die Welt rauscht nur noch so an uns vorbei, verändert sich und uns ständig, lässt uns nur noch flüchtige Augenblicke und dekontextuierte Zusammenhänge erleben, nicht aber bewusst erfahren – und somit auch nicht verstehen. Information besitzt für die meisten Menschen keinerlei Beziehung mehr zur Lösung von Problemen. ›Alles ist möglich!‹ lässt alles wichtig erscheinen, was dazu führt, sich für das ›Haben‹ statt für das ›Sein‹ zu entscheiden, so dass wir sammeln und horten, was uns in die Finger kommt, ohne zu wissen, wofür: Die Quellen werden immer mehr, während das Wissen immer weniger wird … Gleichzeitig bedeutet Sammeln aber immer auch auswählen, sich entscheiden: für X und gegen XYZ. Hierfür bedarf es ein gewisses Maß an Orientierungssicherheit, ein sinnstiftendes Gerüst, um erkennen zu können, was bedeutend ist.
 
Neben der unkontrollierbaren Masse an Information thematisiert die Arbeit vor allem deren Selektion: Aus insgesamt 325 Seiten, gefüllt mit mehr oder weniger wichtigen Informationen, muss der Betrachter eine gewisse Anzahl filtern, um das Thema (anhand von fünf Plakaten, zusammengesetzt aus jeweils 16 Einzelseiten) in komprimierter Form zu fokussieren. Neben dem Zusammensetzen der Plakate besteht zudem die Möglichkeit, unzusammenhängende Einzelseiten nach Belieben miteinander zu kombinieren. Erst durch die eigene Interaktion wird dem Nutzer bewusst, was er wahrnimmt, denkt und tut, eben weil er seine Aufmerksamkeit für eine gewisse Zeit auf das Thema und dessen Problematik lenkt.