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    Ein Langzeitprojekt aus dem Wald vor unserer Haustür
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Heimat X = „5785 Hektar“
 
Aus unserem Langzeitprojekt „5785 Hektar – Suburban Forest“ haben wir als Einreichung für „Heimat X“ fünf Triptychons auf Bildtafeln konzipiert. Jedes davon als Rundblick mit Brüchen. Als menschliche Klammer unsere Füße. Stellvertretend für all die regelmäßigen Waldgänger, die sich hier heimisch fühlen. Dem Ort und einander verbunden, treffen sie sich morgens, mittags und/oder abends. Grüßen und kennen sich, auch wenn sie kaum mehr als ein Wort wechseln. Unsere fünf Bildtafeln folgen wie Eyetracker dem menschlichen Schweifen durch den Wald – und entdecken eine Welt, die direkt vor unserer Haustür liegt. Eine Welt, die manchem Frankfurter ferner ist als etwa der malaiische Regenwald, in dem er vorgestern noch über eine Hängebrücke lief… Eine Welt, die für den Durchschnittstädter eine geradezu unbekannte Exotik birgt. Die Verwandlung eines Rehs in ein exotisches Wesen, die Entfremdung von der Heimat war Auslöser dieses Projekts. Seit 25 Jahren erkunden wir den Frankfurter Stadtwaldgürtel zu Fuß oder mit dem Rad auf verschiedenen Strecken – und sehen in der letzten Zeit eine gefühlt stetig ansteigende Zahl von Menschen, die dort joggen, Hunde ausführen, spazieren gehen, auf Bänken in der Sonne sitzen oder Vögel füttern...  Immer wieder freuen wir uns über das hingabevolle Staunen der Menschen, wenn plötzlich vor ihnen ein Damhirsch den Weg kreuzt. Und sind verwundert, wie wenige den Unterschied zwischen Reh und Hirsch kennen oder wissen, wie wichtig der Wald für die Metropole Frankfurt ist. Vielleicht weil es keine „Heimatkunde“, sondern  nur noch Sachkundeunterricht gibt?
 
Klar wird der Wald auch genutzt. Aber auch das nimmt zu. Förster und Privatleute  ernten Holz, denn auch Forste müssen Profit abwerfen. Doch der stadtnahe Wald kann einiges mehr als Holz oder Bärlauch aufziehen. Für Städter ist er  ist Luftfilter, Wasserreservoir, Lärmschutz und Erholungsgebiet in einem.  Einmal im Fokus bietet uns der Stadtwald jedes Mal ein anderes Bild. Entdecken wir immer wieder Unbekanntes in dieser von Menschen gestalteten und genutzten Natur. Neues, zuvor nie Wahrgenommenes wie die Harztropfen auf geschlagenen Baumstämmen, einen in den Wald geworfenen, mit der Zeit moosüberzogenen Polsterstuhl, oder die Verschmelzung eines Nacktschneckenpaars zu Ying und Yang. Mit unserem Projekt wollen wir diese Welt aufschließen. Und zeigen wie wertvoll sie ist. Dazu passt der Begriff von Heimat von Ernst Bloch, (der auf Wikipedia zitiert wird): „Die vergesellschaftete Menschheit im Bund mit einer ihr vermittelten Natur ist der Umbau der Welt zur Heimat.“