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Film und Musik sind beide unzertrennbar mit dem Eintauchen in andere Welten und Sphären jenseits der Realität verbunden und zum anderen bilden sie die Inspirationsquelle zum eigenen Gestalten, sei es das Generieren von Sounds oder der malerische Akt mittels Farben und Formen. Dinge, die für mich im täglichen Leben… Read More
Film und Musik sind beide unzertrennbar mit dem Eintauchen in andere Welten und Sphären jenseits der Realität verbunden und zum anderen bilden sie die Inspirationsquelle zum eigenen Gestalten, sei es das Generieren von Sounds oder der malerische Akt mittels Farben und Formen. Dinge, die für mich im täglichen Leben essentiell sind, das heißt ich werde überrascht und angetrieben von Gesehenen und Gehörtem. Mittels der Extraktion von zufälligen Standbildern speziell aus Filmen der 70er und 80er Jahre und des Samplings in der Musik erhöhe ich die Aufmerksamkeit und steuere bewusst auf schon Gewesenes aber diesmal in eine andere Richtung unter einer anderen Überschrift. Bei den hier gezeigten Arbeiten handelt es sich um eine Reihe, die ihren Anfang vor vier Jahren hatte. Schon während meines Studiums an der Universität Potsdam habe ich mit Filmzitaten gearbeitet, die sich mit der Faszination und Ästhetik darstellender Gewalt im Kino befassten.
Die Vinylarbeiten und Musikerportraits entstanden parallel zu den Filmbildern und bilden einen eigenen Kosmos, wobei ich bedeutende Künstler post mortem visuell wieder auferstehen lasse. Dabei werden bekannte Bilder aus dem jeweiligen Werkkatalog des Künstlers durch das Tontrennungsverfahren reduziert und eine Schablone hergestellt. Ich recycle wiederum diese Ikonen - David Bowies „Low“ Profil zum Beispiel - und generiere so eine andere Lesart mit Blick auf das Medium Schallplatte und das Phonogramm, das Medium, welches Musik wiederholbar machte und noch macht. Ich schaffe nicht direkt neues, verarbeite nur bestimmte Bilder, wiederhole, so wie es Warhol mit seinen Campbell Suppen und Ikonen der Popwelt gemacht hat, und generiere mit Wörtern ein neues Bild, das an die Tradition der Reproduzierbarkeit anknüpft. Der einzige Unterschied liegt in der Arbeitsweise, das heißt jedes Objekt ist wiederum in sich ein Original, also kein Repro im Sinne der Edition von Druckgrafiken zum Beispiel. Manchmal sind auch Zufälle willkommen, das macht das eigentlich experimentelle Arbeiten mit dem Medium Farbe und Form so spannend und „live-haftig“. David Bowie war insofern wichtig, da er nicht nur in Berlin tätig gewesen ist, sondern er hat sich auch stilistisch und musikalisch weiterentwickelt, viel experimentiert und einen wunderschönen Backcatalogue hinterlassen.
Bei den Filmen sind es nicht gerade Schlüsselszenen, die ich extrahiere, eher beiläufig angeschnittene, die, ohne dass man den Film kennt, etwas vermitteln, vielleicht reicht dabei nur ein Blick, eine besondere Farbkonstellation, eine Geste. Ich entdecke etwas, mir gefällt diese Szene gerade so, Licht, Stimmung, ich mache einen Screenshot, drucke es aus, recycle es im Prozess des Malens und schaffe eine neue Verbindung. Wir versuchen ja ständig etwas in unserem Leben zu konservieren und sicherzustellen. Fotos, Filme, Musik sind ja nicht nur haptisch erfahrbar, sondern geistern pausenlos unsichtbar von iPhone zu Tablet zu Computer und umgekehrt und setzen sich dort auf den „weißen Bildschirmen“ ab. Meine Arbeiten erhalten bereits Sichergestelltes, etwas, das schon vorhanden ist - als Printmedium, auf Celluloid oder auf Blu-ray. Ich filtere aber bestimmte Sequenzen, die teilweise nicht auf Kinoaushängepostern oder Internetportalen zu sehen sind, da jeder Film, wenn man ihn in seiner Vielzahl aus kleinen Bildern auseinander nehmen würde, aus mindestens 129.600 Einzelbildern bestünde. Ergo gibt es normalerweise 129.600 neue Bilder, die man der Welt offenbaren könnte, wenn man wollte. Read Less
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