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Music
Experiment und Konzept schließen sich nicht gegenseitig aus. Bei Sean Derrick Cooper Marquardt wird das bei seiner Idee der „Accidental Guitar“ deutlich: Das scheinbar Emotional-Spontane, das Intuitive, mitunter Wilde und Ungestüme – Charakteristika, die die Life-Performances des Berliner Musikers und Komponis… Read More
Experiment und Konzept schließen sich nicht gegenseitig aus. Bei Sean Derrick Cooper Marquardt wird das bei seiner Idee der „Accidental Guitar“ deutlich: Das scheinbar Emotional-Spontane, das Intuitive, mitunter Wilde und Ungestüme – Charakteristika, die die Life-Performances des Berliner Musikers und Komponisten genauso prägen wie seine Aufnahmen – entstehen mitnichten „by accident“: also weder rein zufällig noch aus einer spontanen Laune heraus. „Accidental Guitar“ ist ein ganzheitliches und fundiertes Konzept, das drei wesentliche Dimensionen umfasst: Das Kreieren von Klängen und Klangwelten mithilfe der Verknüpfung von Gitarre und Verfremdungseffekten, eine Art „Routing-“ oder „Mapping“-Technik, in die sich der Musiker jedoch keineswegs verliert, sondern bewusst mit den Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, umzugehen weiß. Eine weitere Dimension der „Accidental Guitar“ ist die Improvisation, für die sich Cooper Marquardt entschieden hat – konsequent lehnt er deshalb jegliche Form des Einstudierens und Planens oder festgelegte Choreografien ab, und dies nicht nur bei Life-Auftritten, sondern auch, wenn Aufnahmen in seinem Studio entstehen. Die dritte Dimension schließlich, die das Konzept formiert, ist die jeweilige Situation, in der er sich beim Spielen befindet: Atmosphäre und Setting, Personen, Bedingungen und Stimmungen im Raum führen zur Kontextualisierung seiner Musik.

Das wohl durchdachte und gleichsam situative Konzept der „Accidental Guitar“ ermöglicht es Cooper Marquardt, im Experimentellen Bewusstheit über sein Tun zu bewahren. Diese Bewusstheit wird zum konstituierenden Element seiner Musik, sie erwächst aus „Accidents“, auf die der Musiker reagiert. Die Kette dieser Reaktionen schließlich formiert eine gewisse Logik – ohne dass diese den spontanen und freien Impetus seines Schaffens in Frage stellen würde.

B.A. Schumacher, Autorin und Kuratorin
(basierend auf einem Gespräch mit Sean Derrick Cooper Marquardt im Februar 2011) Read Less
Sean Derrick Cooper Marquardt is founder, and curator of Friends of Sagittarius Records
Nachdem dieses Festival experimenteller und elektronischer Musik im vergangenen Jahr zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt werden konnte (Knochenbox, Berlin-Friedrichshain, 6. Oktober 2010), hat der aus Chicago stammende international renommierte Musiker und Komponist Sean Derrick Cooper Marquardt erneut 13 Musi… Read More
Nachdem dieses Festival experimenteller und elektronischer Musik im vergangenen Jahr zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt werden konnte (Knochenbox, Berlin-Friedrichshain, 6. Oktober 2010), hat der aus Chicago stammende international renommierte Musiker und Komponist Sean Derrick Cooper Marquardt erneut 13 MusikerInnen dieses Genres eingeladen, am kommenden Dienstagabend im King Kong Club Berlin nacheinander jeweils 20 Minuten lang zu spielen. Die Kürze der einzelnen Performances bedingt, dass die MusikerInnen in hochkonzentrierter Form und mit äußerster Hingabe einen Eindruck ihres Könnens und ihres spezifischen Verständnisses dieses stetig populärer werdenden Musikgenres vermitteln. Read Less
Member Since: May 24, 2010