Konzert-Review - Mando Diao in Köln (2005)
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Mando Diao & Sugarplum Fairy live25.02.2005,16:46, Text: ines Sundermann,
[16 Kommentare] 24.02.05, Köln, LiveMusic Hall Gustaf Norén, Sänger vonMando Diao, macht einen Familienausflug. Mit seinen zwei kleinen Brüdernbesteigt er den Tourbus und zeigt ihnen das deutsche Publikum. "Schaut,so groß sind wir schon, das könnt ihr auch mal werden".
Die Fans inder Live Music Hall am gestrigen Abend scheinen da durchaus geteilter Meinungzu sein, als die beiden Kleinen mit ihrer Band Sugarplum Fairy den Support-Slotfüllen. Der liebliche Bandname sagt übrigens schon mal wenig über den Stil aus,denn sie sind Mando Diao nicht nur aus dem Gesicht geschnitten, sondern auchbeim Musizieren und Posen will der gleiche Gesamteffekt erzielt werden. Doch das Ganze klappt nichtso, kommt eher etwas affektiert und schwach rüber. Klar gibt es trotzdem großenBeifall, wahrscheinlich aus Respekt dem blutsverwandten Hauptact gegenüber.
Dann kommen die Großen, mitdem Bandnamen, der uns überhaupt nichts sagt, aber alles andere umso mehr. Voreinem Jahr sorgten Mando Diao ja fast noch als wohl gepushter Geheimtipp inkleinen Clubs für gehörigen Wirbel, nun verkaufen die jungen Beaus schon dieLive Music Hall aus. Ein Glück, dass das Rockspektakel aufgrund der hohenNachfrage hierher verlegt wurde, im Prime Club hätte das durchdrehende Publikumwahrscheinlich wieder unfreiwillig Reise nach Jerusalem auf dem Bühnenrandgespielt. Mikrophone und Boxentürmebleiben diesmal stehen, in der Menge allerdings gibt es kein Halten mehr. Undwer der Meinung ist, dass das neue Album 'Hurricane Bar' zu poppig undzahm geworden ist, dessen Verstand wird in der Liveversion mit einer derartigenEnergie weggeblasen, dass man Mando Diao's gern gepflegten Größenwahneigentlich schon fast akzeptieren will. Doch der scheint gar nicht mehr soangesagt. Das hatten wir schon kürzlich in unserem Videointerviewbemerkt und gestern tauen die sonst oberkühlen Schweden in derschweißtreibenden Atmosphäre derart auf, dass sie "I Love You All"-Sprüchenicht mehr verkneifen können. Mit ihrer attraktiven Bühnenpräsenz, einerMischung aus wilder Ausgelassenheit, herohaftem Posing und männlichem Charmeschlagen sie mindestens das vordere Drittel in ihrem Bann. Ob Letzteres derGrund für die höher schlagenden Herzchen des weiblichen Teils ist oder hat esdamit zu tun, dass der Vollmond diese Nacht in der Jungfrau steht? Wahrscheinlichbeides.
Der Sound lässt wenig zuwünschen übrig, einzig die Orgel rutscht bei 'The Band' etwas zu sehrhinter die Gitarren, während sie in 'Paralysed' etwas zu übertriebenauftrumpft. Who cares?! Die Setlist überrascht als etwas eigenwillig: Trotzzwei Zugaben bleibt everyone's favourite 'Mr. Moon' aus. Dafür entpupptes sich als willkommener Einfall, 'Next To Be Lowered' in einererweichenden Unplugged-Version mit Piano-Begleitung zu spielen.
Ein tobendes Fest mit Mando Diao also. Heute geht's mit den Kleinen weiter nachMünchen und da wird Ähnliches geschehen. Außer, dass der Mond langsam aus derJungfrau rückt.







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